WELTFINALE


(19.11.-26.11.11)


Die
ROTAX Grand Finals, die Weltmeisterschaft der besten ROTAX MAX Challenge Piloten,
fand dieses
Jahr zum zweiten mal nach 2007 auf dem Al Ain Raceway in Dubai / VAE statt.
Die moderne, 1.400 m lange Strecke liegt an einer Oase ca. 120 km südlich von Dubai.
Die "glorreichen 7" aus Deutschland und Österreich, die sich über die nationale RMC
qualifiziert hatten, flogen am 18./19.11. nach Al Ain, um sich vorzubereiten.

Teilnehmer-Listen:     GESAMT   JUNIOR   MAX   DD2   MASTERS

Unsere Deutschen und Österreichischen Teilnehmer:

 MÜLLER  FRIEDRICH  FLEISCHMANN  MATIS
 WIESINGER  RIENER  WAGNER


Für die "Daheimgebliebenen" gab es wieder ein Livetiming, sowie zusätzliche Informationen
mit Bild und Ton unseres Journalisten Timo Deck (Motorsport-XL) vor Ort.
Weitere interessante Informationen zum Grand Final gibt es hier.

Und für alle, die von all dem nichts mitbekommen haben, hält YouTube wieder ein tolles Videos bereit.



19.11.2011 - Wellcome-Party

Registrierung, Fahrerbesprechung, sowie Kart-Montage und Anpassung steht ebenso auf dem Plan wie die obligatorische Welcome-Party. Die ersten Runden auf dem 1.381 Meter langen Wüstenkurs dürfen die Teilnehmer erst am Montag und Dienstag in Form des Freien Trainings drehen. Ernst wird es dann ab Mittwoch, wenn das Zeittraining über die Startaufstellung der Vorläufe entscheidet. Die Heats filtern dann die 34 besten Piloten der vier Klassen für die Finalläufe am Samstag heraus. Und natürlich will auch die Deutsch-Österreichische Mannschaft ein Wörtchen im Kampf um die WM-Krone mitreden. Wagner, Fleischmann und Matis sind die erfahrensten Piloten im Kader. Alle drei haben bereits an einem Weltfinale teilgenommen und sind entsprechend gerüstet auf das Kräftemessen mit der Weltelite. In Al Ain gibt es jedoch noch einen weiteren Gegner - und dieser heißt Sand! Bereits 2007 stellten die sandigen Verhältnisse und unberechenbare Windhosen die Teilnehmer auf eine harte Probe.


23.11.2011 - Das Qualifying

Die Mannschaft der Deutsch-Österreichischen RMC sorgte bereits im freien Training für Furore und konnte auch im Zeittraining an ihre Leistung anknüpfen. Die beiden Junioren Nico Müller und Florian Wiesinger etablierten sich sensationell im Vorderfeld. Obwohl beiden noch die internationale Erfahrung fehlt, mischten sie das 72-köpfige Feld mächtig auf. Müller fuhr auf den hervorragenden zwölften Platz, während Wiesinger nur unwesentlich langsamer auf Position 20 landete.

Auch die Senioren waren in Topform: Der Österreicher Stefan Riener brannte die fünftschnellste Runde in den Asphalt. Sein deutscher Teamkollege Christopher Friedrich überraschte mit dem beachtlichen zehnten Platz und war sehr zufrieden: „Wir haben im freien Training noch richtig Probleme gehabt. Uns fehlte teilweise über eine Sekunde auf die Spitze. Dass es zum Zeittraining gepasst hat, ist einfach perfekt.“

 

Als Team-Solist geht Andreas Matis im DD2 Masters an den Start. Der zweifache RMC-Champion gab sich realistisch vor dem Qualifying: „Wir sind schnell genug, um hier vorne mitreden zu können. Es macht enorm viel Spaß und mein persönliches Ziel ist es, meinen vierten Platz vom Weltfinale in Portugal zu verbessern.“ Den ersten Schritt in diese Richtung tat er letztlich mit der zweitschnellsten Runde im Zeittraining.

Last but not least komplettierten Simon Wagner und Maximilian Fleischmann in der Klasse DD2 die vielversprechende Leistung des deutsch-österreichischen Kaders. Wagner sicherte sich die drittschnellste Runde in seiner Gruppe, rutschte im Gesamtklassement aber noch auf neun ab. Damit rangierte der Österreicher jedoch noch vor Fleischmann, der insgesamt die 17. Position belegte. Zusammenfassend hat die deutsch-österreichische Delegation eine beeindruckende Vorstellung beim ersten Kräftemessen abgeliefert. Nun gilt es die sehr gute Ausgangslage auch in den Vorläufen umzusetzen. Insgesamt stehen jedem Piloten drei Heats bevor, die am Donnerstag und Freitag abgehalten werden.

# Fahrer Klasse Position
177 Florian Wiesinger Junior 20
157 Nico Müller Junior 12
260 Stefan Riener Senior 5
231 Christopher Friedrich Senior 10
365 Simon Wagner DD2 9
324 Maxi Fleischmann DD2 17
435 Andreas Matis Masters 2


24./25.11.2011 - Die Heats


Nachdem die deutsch-österreichische Mannschaft im Zeittraining sehr stark auftrumpfte, standen die ersten Vorläufe auf dem Programm. In der Wüste Al Ains machten die beiden Junioren Nico Müller und Florian Wiesinger einen guten Job. Der erste Heat verlief für Müller noch nicht ganz nach Plan. Er verlor am Start wichtige Positionen, kämpfte sich dann aber noch auf Platz zwölf nach vorne. Im zweiten Lauf ließ er nichts anbrennen und brachte mit Anschluss an die Spitze den guten achten Platz nach Hause. Wiesinger zeigte derweil zwei beständige Rennen und durfte am Abend zweimal mit Position 15 zufrieden sein.

Bei den Senioren lieferte Christopher Friedrich eine tadellose Vorstellung ab. Teilweise mit Kontakt zur Spitze unterwegs, musste er aber in den Rennverläufen Plätze abtreten. Als 14. und Neunter liegt er jedoch problemlos im Soll. Ein Auf und Ab erlebte währenddessen der Österreicher Stefan Riener. Im ersten Rennen geriet er schon am Start in eine Rangelei, die ihn weit zurück warf. Mehr als Rang 26 war nicht mehr zu holen. Dafür betrieb Riener im zweiten Lauf Schadensbegrenzung. Fulminant kämpfte er ganz vorne mit, führte das Feld sogar kurzzeitig an, bevor er sich im Ziel mit Position zwei zufrieden gab.

Für Andreas Matis begannen die Vorläufe im DD2 Masters vielversprechend. Er bestätigte seine Trainingsleistung mit einem zweiten Platz im ersten Heat. Entsprechend motiviert durfte der zweifache RMC-Champion den zweiten Vorlauf von der Pole-Position aus in Angriff nehmen. Doch diese brachte ihm kein Glück. Schon am Start verlor er Positionen und kämpfte fortan sichtlich mit Vergaserproblemen. Matis gab jedoch nicht auf und brachte nach zähen elf Runden noch Position 20 ins Ziel.

 


Ganz vorne mischte das deutsch-österreichische DD2-Duo, Simon Wagner und Maximilian Fleischmann mit. Am besten kam Wagner zurecht, der mit den Rängen sechs und drei sehr gut aufgestellt ist. Aber auch Fleischmann etablierte sich als Fünfter und Neunter zweimal spielerisch in den Top Ten. 

Durchwachsen verlief der letzte Heat für die beiden Junioren Nico Müller und Florian Wiesinger. Müller ließ nichts anbrennen und sicherte sich souverän den siebten Platz. Damit schaffte er als Erster des Kaders den Einzug in die Finalrennen. In der Addition der Vorläufe bedeutete dies den zwölften Startplatz für das Prefinale.

Pech hatte hingegen Wiesinger. Der Österreicher geriet noch in der Startrunde in eine Kollision, musste dem Feld hoffnungslos hinterhereilen und belegte letztlich nur Rang 29. Damit verpasste der Österreicher die direkte Finalqualifikation und musste seine Chance im Hoffnungslauf suchen. Leider wurde er hier erneut am Start in einen Unfall verwickelt und musste dem Feld hinterher eilen. Mit Rang 22 wird er nicht am Finale teilnehmen und seine Landsleute von der Tribüne unterstützen.

 

 

Selbstbewusst gingen die Senioren des deutsch-österreichischen Teams zu Werke. Stefan Riener und Christopher Friedrich ließen keinen Zweifel in ihrem letzten Heat aufkommen. Riener überzeugte vollauf und feierte zur Freude der Mannschaft den ersten Heat-Sieg bei den Grand Finals 2011. Ebenfalls schnell unterwegs, brauchte sich auch Friedrich nicht zu verstecken und kreuzte als Vierter den Zielstrich. In der Addition der Vorläufe hatte Friedrich das bessere Händchen. Er wird das Prefinale von Rang zwölf aus in Angriff nehmen, während Riener gleich dahinter auf Position 13 folgt.

 

 

 

 

 

Den wohl spannendsten Heat am heutigen Freitag fuhr Andreas Matis im DD2 Masters. Von der Pole-Position aus gestartet, lieferte er sich nervenaufreibende Kämpfe mit den Verfolgern. Nahezu jede Runde wechselten die Positionen unter den ersten Vier. Im Ziel verpasste Matis als Zweiter nur knapp den Sieg, hat aber als 13. der Heataddition eine sehr vielversprechende Startposition für das Prefinale am Samstag. Die gute Vorstellung komplettierten zu guter letzt auch die DD2-Piloten Simon Wagner und Maximilian Fleischmann. Den besten Job machte Wagner, der den Vorlauf als Sechster beendete und sich als Siebter direkt für die Finalrennen qualifizieren konnte. Pech hatte derweil Fleischmann, der locker in den Top Ten unterwegs war, dann jedoch von einem Plattfuß eingebremst wurde. Am Ende reichte es nur zu Platz 18. Immerhin hielt sich der Schaden in Grenzen, schaffte doch auch Fleischmann mit Gesamtposition 20 den Einzug ins Finale.


26.11.2011 - Die Finals


Eine großartige Vorstellung lieferte Nico Müller bei den Junioren ab. Als Zwölfter gestartet, machte er sofort Boden gut und konnte sich bis auf Position fünf nach vorne katapultieren. Gefangen in einem größeren Pulk, musste er aber noch eine Position abtreten. Um im Finale nicht auf der ungünstigen Außenbahn zu stehen, wollte Müller dann noch einen weiteren Platz „freiwillig“ abgeben - ein taktischer Versuch, der dann leider nach hinten los ging, da gleich zwei Fahrer durchschlüpften. Mit Gesamtplatz acht hat er dennoch sehr gute Chancen für das Finale.

Pech hatte Andreas Matis im DD2 Masters. Von Platz 13 katapultierte er sich sofort auf Rang acht nach vorne, musste aber noch in den ersten Runden wieder Federn lassen und fand sich auf Position zwölf wieder. Zur Rennhalbzeit verabschiedete sich leider seine Bremse und so musste Matis nach einem Abflug vorzeitig die Box ansteuern.




Ein ähnliches Schicksal teilte Senior-Pilot Christopher Friedrich. Er überstand den Start recht gut, verteidigte seine zwölfte Position, konnte aber in der zweiten Runde einer Kollision nicht mehr ausweichen. Hoffnungslos fuhr er dem Feld hinterher als seine Lenkstange – ein Folgeschaden der Kollision – brach und er sein Kart im Aus abstellen musste. Sein österreichischer Teamkollege Stefan Riener zeigte derweil eine solide Leistung und kämpfte sich vom 13. Platz bis auf Position neun nach vorn.

Gemischte Gefühle gab es auch im Prefinale der DD2: Simon Wagner war von Beginn an in Topform und unter den ersten Fünf zu finden. Leider geriet der Österreicher im hartumkämpften Vorderfeld in eine Rangelei und landete Eingangs der Start-Ziel-Geraden im Aus. Teamkollege Maximilian Fleischmann hatte ebenfalls ein schweres Los. Im Mittelfeld ging es zunächst nicht richtig vorwärts. Gegen Rennende steigerte er sich aber noch auf den guten 15. Platz.

Junior-Pilot Nico Müller, der die ganze Woche überzeugen konnte, wurde ausgerechnet zum Finale vom Pech eingeholt. Konnte er zunächst noch seine Position halten, wurde er in der zweiten Runde mehrfach unsanft von der Strecke gedreht und fand sich plötzlich am Ende des Feldes wieder. Mit Schlussrang 21 blieb Müller leider weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.



Auch DD2-Masters-Hoffnung Andreas Matis war chancenlos. Zwar erwischte der Deutsche einen sehr guten Start und machte sofort zahlreiche Positionen gut, wurde dann aber noch in der ersten Runde unfair in einen Crash verwickelt. Matis blieb daraufhin nichts anderes übrig als sein havariertes Kart in der Box abzustellen.

Bei den Senioren hatte Christopher Friedrich wiederum kein Glück. Schon nach dem Start versuchte der Deutsche einer Kollision vor ihm auszuweichen, fand im aufgewirbelten Sand aber keinen Weg vorbei und rammte in die gestrandete Meute. Mit defektem Kart blieb am Ende nur das vorzeitige Aus. Besser erging es Stefan Riener. Der Österreicher war blendend aufgelegt, machte sofort Plätze gut und lieferte sich über das gesamte Rennen einen packenden Kampf um die dritte Position. Erst beim Fallen der Zielflagge war das ständige Wechselspiel beendet und Riener musste sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.


Das Waterloo der Deutschen machte auch in der DD2 nicht halt. Hier erwischte es Maximilian Fleischmann direkt in der ersten Kurve. Auch er konnte einer Rangelei nicht aus dem Weg gehen und blieb an einem Mitbewerber hängen. Am Ende musste er sogar ganz die Segel streichen.
So verblieb sein österreichischer Teamkollege Simon Wagner, der sich tapfer schlug und vom letzten Rang bis auf Position 18 nach vorne kam.

Die Weltmeistertitel der zwölften ROTAX MAX Grand Finals gingen an den Japaner Ukyo Sasahara (Junior), den Südafrikaner Cristiano Morgado (Masters), den Briten Ben Cooper (Senior) und den Kanadier Pier-Luc Ouellette (DD2).

# Fahrer Klasse Prefinale Finale
177 Florian Wiesinger Junior n.q. n.q.
157 Nico Müller Junior 8 21
260 Stefan Riener Senior 9 4
231 Christopher Friedrich Senior - -
365 Simon Wagner DD2 34 18
324 Maxi Fleischmann DD2 15 -
435 Andreas Matis Masters - -

Text & Fotos: 
Timo Deck (Motorsport-XL)

 


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